Montag

16. Apr, 2014

 

Heute ist Montag, das Wetter ist gut. Die Sonne scheint,

und aus den geöffneten Fenstern der Autos hört man Musik.

Ich bin unterwegs nach Luxemburg.

Ich habe einen Termin auf dem Kirchberg.

Das ist ein Stadtteil von Luxemburg, in dem es viele Banken gibt,

und in dem auch viele Institutionen der EU ihren Sitz haben.

 

Ich bin eine Deutschlehrerin.

Ich habe um halb zehn einen Kurs mit Sophia.

Sophia kommt aus Italien und arbeitet seit zwei Monaten

in einer großen Bank in Luxemburg.

Natürlich ist Englisch die offizielle Sprache in der Bank,

aber Sophia hat einige deutsche Kollegen und Kunden.

Mit ihnen möchte sie sich gern in Deutsch unterhalten.

 

Ich stelle mein Auto in der Tiefgarage ab und fahre mit dem Aufzug

in den dritten Stock,

nachdem ich mich an der Rezeption angemeldet habe.

Sophia wartet schon in einem Meetingroom.

 

D:   Hallo Sophia, wie geht's?

S:    Hallo Daniela, danke, es geht mir gut. Möchtest du einen Kaffee?

D:   Ja, gern, heute ist Montag, ich denke, ich brauche viel Kaffee!

S lacht:   Jaja, heute alle wir brauchen viel Kaffee!

macht ein strenges Gesicht:  Halt, es heißt:

                         "Heute brauchen wir alle viel Kaffee".

überlegt:   Stimmt! ... Was machen wir heute?

D:   Wir lesen einen neuen Text.

 

Wir fangen an, konzentriert zu arbeiten.

 

Dienstag

Hm, heute muss ich einen Schirm mitnehmen.

Es ist zwar nicht kalt, aber es fängt immer wieder an zu regnen.

Macht nichts!

Inzwischen sind alle meine Schüler aus dem Osterurlaub zurück.

Ich habe eine Stunde mit Jack.

Er kommt aus England, und im Moment sucht er einen Job

als Buchhalter.

Er hat früher Deutsch gelernt, und er denkt, es ist in Luxemburg

bestimmt von Vorteil, wenn man in einer Bewerbung sagen kann:

"Klar, ich kann auch Deutsch!"

Wir lesen einen Text, damit er sich an möglichst vieles erinnert.

Jack liest laut, und er hat einen Stift in der Hand, um die Wörter zu

unterstreichen, die er nicht versteht.

Familie Schmitt sitzt am Frühstückstisch.

Susie und Martin, die beiden Kinder, sind aufgeregt.

Die Sommerferien sind vorbei.

Susie geht schon in die zweite Klasse, aber für ihren Bruder

ist es heute der erste Schultag.

Er löffelt schnell sein Müsli.

Jack unterbricht seine Lektüre.

J:  Was ist "löffelt"?

D:   Oh, ... du kennst einen "Löffel".

      Du brauchst ihn, um Suppe zu essen.

J    macht eine pantomimische Bewegung 

D:  Richtig! ... Und was bedeutet "aufgeregt"?

J:  Das weiß ich! Wenn man etwas tun muss, das man

    noch nicht kennt, ist man aufgeregt.

     Es ist das Gegenteil von "ruhig"!

D:  Genau. Lies mal weiter.

Jack trinkt einen Schluck Kaffee und liest die Geschichte fertig.

D:    Gut! ...  Wie war dein erster Schultag?

          Erinnerst du dich?

J:   Oh ja! Ich musste mit dem Bus fahren, und ich war

     so aufgeregt, dass ich habe essen ...

D:   ... gegessen ...

J:   ja, ... im Bus meine ganze Schokolade habe gegessen.

grinst  ... gegessen habe!

      Ok, schreibst du bis nächste Woche einen Text über

      deinen ersten Schultag?

 

Mittwoch

Ich fahre heute später, weil Jacques abgesagt hat.

Er hat ein Meeting, das er natürlich nicht verpassen darf.

Um 11 Uhr komme ich in der City an.

Da ich für die Parkplatzsuche - haha - einige Zeit eingeplant habe,

gibt es keinen Stress.

Ich habe jetzt einen Kurs mit einer Gruppe von fünf Leuten,

die in einer Bank arbeiten.

Der Mann an der Rezeption grüßt freundlich,

er kennt mich schon,  -  "Bonjour!"

Im fünften Stock warten nur vier Leute.

D:    Hallo!

Irina, Nico, Tom:   Hallo, Guten Tag, Hi!

Anna:   Guten Morgen!

Nico:   Für "Guten Morgen" ist es jetzt zu spät, oder?

D:      Ach, es geht noch, es ist noch Vormittag.

I:     Jill kommt heute nicht, sie ist krank.

D:     Oh, was hat sie denn?

N:     Nichts Schlimmes, sie hat nur ein Kalt ...

T:     "Erkältung", nicht "Kalt"!

N:     ok, sagen wir: Ihre Nase ist rot ... Was machen wir heute?

Wir erzählen heute Witze. Das ist erstens sehr lustig,

und zweitens ist es eine gute Übung, spontan zu sprechen:

 

Otto ist mit dem Auto unterwegs.

Es ist dunkel, und das Wetter ist sehr schlecht.

Es ist neblig, so dass man kaum etwas sehen kann.

Vor Otto fährt ein anderes Auto.

Otto kann die Rücklichter sehen. Er denkt:

"Super, ich muss nur diesem Auto hinterherfahren,

dann komme ich nicht von der Straße ab!"

Das klappt prima, bis das andere Auto so plötzlich

stehenbleibt, dass Otto daraufkracht.

Er steigt aus und schreit:

"Sind Sie verrückt, plötzlich stehenzubleiben??"

Der andere Fahrer steigt auch aus und schreit:

"Und Sie?? Was machen Sie in meiner Garage?"

 

Anna, Tom, Irina und Nico erzählen auch Witze,

und wir achten natürlich auf die korrekte Grammatik!

Dann fahre ich weiter nach Esch.

 

Donnerstag

Im Moment bin ich im Cloche d'Or.

Das ist ein Stadtteil von Luxemburg, in dem sich viele Finanz-

und Wirtschaftsinstitute befinden.

Ich warte im Auto, weil ich bis zu meinem nächsten Termin

eine Viertelstunde Zeit habe.

Ich nutze die Zeit, um weiterzuschreiben.

 

Gestern hatte ich in Esch einen Kurs mit Yoko und Patricia.

Sie arbeiten in einem Ingenieurbüro.

Wir haben uns mit einem Thema beschäftigt,

das bei meinen Schülern nicht sehr beliebt ist.

Y:  Aufmachen, zumachen, anmachen, ausmachen, ...

     Was denkt ihr Deutschen:

     Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

D:    Es ist einfach:

       Du hast Geburtstag, und du bekommst ein Paket.

       Was machst du?

Y:    Ich mache das Paket ... auf!

D:    Richtig. Und was ist das Gegenteil von aufmachen?

Y:     Anmachen?

P:     Nein, zumachen!

D:    Genau. Was kannst du zumachen?

P:     Eine Tür!

Y:    Ein Fenster!

P:    Den Backofen!

D    Ok, und was kannst du anmachen?

Y:    Das Licht!

P:    Den Backofen!

Y:    Schon wieder den Backofen?  Den hatten wir schon.

P:     Jaja, du kannst den Backofen zumachen,

      das heißt, du machst die Backofentür zu.

       Wenn du den Backofen anmachst, heißt das, ... äh ...

D:    ... du schaltest den Backofen ein.

Y:   Was ist der Unterschied zwischen anmachen und einschalten?

P:    zögernd   Es gibt keinen!

Y:    Oooh, das ist einfach!

D:    Sag ich doch! ...   Wir machen ein Quiz:

      Wie steckst du einen Elefanten in einen Kühlschrank?

Y + P:    ???

D:     Na: Tür auf, Elefant rein, Tür zu!

Y:     Das ist plausibel.

      Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen?

D:     Und wie steckst du ein Kamel in diesen Kühlschrank?

Y:    Haha, Tür auf, Kamel rein, Tür zu!

P    lacht    Halt, so einfach ist es nicht!  konzentriert sich

     Tür auf, Elefant raus, Kamel rein, Tür zu!

D:    Seht ihr, alles klar!

 

Ich sehe auf die Uhr. Zeit für meinen Termin.

Ich treffe jetzt Leute, die ich bisher nicht kannte.

Ich bin gespannt!

 

Freitag

Gestern habe ich Katharina und Claire kennengelernt.

Sie sind Juristinnen,

sie arbeiten in einer großen Wirtschaftskanzlei.

Es war schwierig, einen Termin zu finden,

weil die beiden sehr beschäftigt sind.

Wir haben uns schließlich auf ihre Mittagspause geeinigt:

Nichts ist so erholsam wie eine Lektion Deutsch!

Sie hatten mir geschrieben, dass sie die B1-Prüfung

bestanden haben.

Also, denke ich: kein Ausweichen auf Englisch!

Die Frau von der Rezeption begleitet mich in die zweite Etage.

Katharina und Claire warten vor einem Meetingraum.

Hm, der Raum ist besetzt, aber dieses Problem lässt sich

mit kommunikativen Mitteln lösen.

Unser Kurs kann beginnen.

K:   Haben Sie einen Parkplatz gefunden?

(Das Parkplatzthema ist ein Dauerbrenner!)

D:   Ja, um die Ecke.

C:    Sie können in unserer Tiefgarage parken.

D:   Das wäre super.

      So  -   wir fangen jetzt an!    Ich gucke konzentriert

      Mein Name ist Daniela,

      ich komme aus Deutschland.

      Seit 2007 arbeite ich als Deutschlehrerin in Luxemburg.

      Meine Hobbies sind Sport und Zeichnen.

      Ich esse gern Pizza. 

      -    Und Sie?

Ich schaue zu Katharina

K:    Ich heiße Katharina,

        ich komme aus ... Greece?

C:     Griechenland, richtig?

D:     Genau.

K:     Ich bin Juristin und arbeite in Luxemburg seit zwei Jahren.

        Meine Hobbies sind Tanzen und Kochen.

D:     Oh, was kochen Sie?

K:    Ich bin Vegetarierin, also koche ich immer etwas mit ...

       Ge ... Ge ...

C:     Gemüse!

K:     Ja.

C:      verzieht das Gesicht      Das klingt gesund.

D:     Claire, woher kommen Sie?

C:      Ich komme aus Belgien,

        aber ich bin in Frankreich geboren.

        Ich habe in Lüttich studiert,

         und ich arbeite seit einem Jahr in Luxemburg.

        Meine Hobbies sind Lesen und Musik.

        Und ich esse gern riesige Steaks!

Lachen

D:     Gut, wir haben unser Thema für heute:

       "Was ist gesundes Essen?"

         Was unser Programm angeht:

         Ich schlage vor, dass wir in jeder Stunde

        erstens über ein bestimmtes Thema sprechen,

        und zweitens die ganze Grammatik wiederholen,

        die Sie schon gelernt haben.

Katharina und Claire sind einverstanden.

Außerdem einigen wir uns, "Du" zu sagen, statt "Sie“.

 

Montag

Das Wochenende ist vorbei, es ist schon wieder Montag!

Ich stehe früh auf, weil ich meine Kurse vorbereiten will,

bevor ich um 11 Uhr losfahre.

Heute habe ich 5 Stunden, mit 5 verschiedenen Leuten,

an 5 verschiedenen Orten.

Das ist interessant. Es gefällt mir.

Sophia ist schon da.

D:  Hallo!

S:   Hallo!

D:   Wie war dein Wochenende?

S:   Es war schön, aber auch ein bisschen stressig.    lacht

      Deshalb hatte ich keine Zeit, Hausaufgaben zu machen ...

        Am Freitag nach der Arbeit ich bin gegangen ins Gym ...

D:      Am Freitag ... bin ich ins Gym gegangen ...

S:       Ich muss mich konzentrieren ...

D:     .... es ist Montag ...

S:   Dann waren wir bei einem Kollegen zum Essen eingeladen,

      mein Freund und ich.

D:    Was gab es?

S:     Es gab Fisch!

       Mein Kollege hat die Fische selbst gefangen.

       Wir haben sie im Garten gegrillt.

      Zum Glück war das Wetter gut!

D:    Und was hast du am Samstag gemacht?

S:    Ich habe spät geschlafen.

D:   Moment, ich habe lang geschlafen.

S:   Ok, dann haben wir gefrühstückt,

     und dann haben wir eine Wohnung besichtigt.

    Wir möchten ziehen.

D:    Umziehen.

       Wie war die Wohnung?

       Hat sie euch gefallen?

S:     Was ist gefallen? Ich verstehe nicht ...

D:    Ich meine: War die Wohnung schön?

S:    Ah, dieses "gefallen"!

     Ja, die Wohnung hat uns gefallen.

      Sie ist neu, die Lage ist super, es gibt einen Garten,

      aber die Miete ist sehr teuer.

D:    Typisch Luxemburg.

       Wieviel Zeit habt ihr für eure Entscheidung?

S:    Hm, ich glaube, wir haben uns schon entschieden:

      wir suchen weiter.

D:     Zieht doch nach Deutschland.

      Da sind die Wohnungen billiger.

S:     Das wäre eine Lösung.

Wir unterhalten uns über den Wohnungsmarkt

in Luxemburg und Deutschland.

Es klappt sehr gut.

Sophia sieht am Ende der Stunde etwas müde aus.

Ich fahre zufrieden grinsend weiter nach Dommeldange.

 

Dienstag, 13. Mai

Jack hat Hausaufgaben gemacht!

Er hat eine Geschichte geschrieben:

Mein erster Schultag

Ich war 5 Jahre alt, als ich in die Schule gekommen bin.

Mein erster Schultag war im September.

Ich hatte eine Schultüte mit vielen Süßigkeiten dabei.

In meiner Klasse waren 27 Kinder.

Meine Lehrerin war nett.

Mein Tischnachbar hat meine Überraschungseier geklaut!

Wir lesen und korrigieren den Text. Es gibt kaum Fehler.

D:    Prima!

J:    Ich habe eine Frage: Mein Bruder und seine Frau

       kommen am Wochenende zu Besuch.

    Wir möchten nach Trier fahren.

     Hast du einen Vorschlag, was wir dort machen können?

D:    Oh, viel!  Habt ihr vor, den ganzen Tag dort zu verbringen?

J:   Ja, den ganzen Samstag.

D:    Es kommt natürlich auf das Wetter an ...

J:    Ich bin optimistisch.

     Ich denke, das Wetter ist gut am Samstag.

grinst   Ihr könnt in der Innenstadt spazieren gehen

    und die römischen Monumente besichtigen:

    die Porta Nigra, das Amphitheater und die Kaiserthermen.

    Ihr könnt auch an der Mosel entlang gehen:

    Dort gibt es einen Kran aus dem Mittelalter zu sehen,

     der benutzt wurde, um die Waren von den Schiffen abzuladen.

J:    Kann man am Moselufer auch etwas essen?

D:    Ja, es gibt dort Restaurants, wo man auf der Terasse sitzen kann.

     ....  Ihr könnt auch nach Roscheid ins Freilichtmuseum gehen.

     Das ist in Konz, und Konz ist bei Trier, also nicht weit.

     Sie haben dort ein altes Dorf komplett neu aufgebaut,

      es gibt ein Museum mit alten Maschinen

     und einen Garten mit Medizinpflanzen.

J:    Das klingt interessant.

      Ich sehe schon, der Samstag ist nicht genug!

D:    Jaja, Trier ist ein turbulentes Pflaster!

J:    Pflaster?

D:    "Pflaster" ist hier "Boden" oder "Straße".

      Man sagt eigentlich, ein Ort ist ein "gefährliches Pflaster",

     wenn es dort ... z. B. Gangster gibt.

J:   In Trier??

D:     Nein, nein, keine Sorge!

      Schreibst du dann einen Text über euren Ausflug nach Trier?

Jack ist einverstanden.

 

Heute wird es spät für mich.

Mein letzter Termin geht bis 9 Uhr.

Aber dann ist auf der Rückfahrt kein Verkehr mehr!

 

Mittwoch, 14. Mai

Jacques ist heute da.

Er hat sein Büro im Verwaltungsgebäude eines großen Konzerns.

Das Gebäude ist in der Nähe vom Bahnhof.

Ich stelle mein Auto in einer Seitenstraße ab.

Das Wetter ist heute ein bisschen grau,

und es ist nicht gerade warm.

Als ich die Straße entlang gehe, kommt mir eine Frau entgegen,

die ich kenne.

D:    Hallo Jill, was machst du hier?

J:    Hallo Daniela, mein Zahnarzt ist hier in der Nähe,

     ich hatte einen Termin.

D:    Oh, hat er dir einen Zahn gezogen?

J    zeigt auf ihre Backe  Bei meinem letzten Termin, ja.

     Heute hat er nur kontrolliert, ob alles in Ordnung ist.

D:   Ah, deshalb warst du letzte Woche krank.

J:   Ja, aber heute bin ich wieder da.

D:    Gut, bis später!

(Ich habe später den Kurs mit Jill und ihren vier Kollegen.)

 

An der Rezeption bekomme ich meine Chipkarte,

die mich als Gast ausweist.

Ich versuche, mit dem Mann an der Rezeption Luxemburgisch

zu reden. Ich verstehe alles, aber ich kann es nicht sprechen.

Wir lachen über meinen Versuch.

Der Mann ruft schließlich Jacques an, damit er mich abholt.

Jacques und ich fahren in den dritten Stock und müssen

durch kilometerlange Gänge gehen, bis wir in seinem Büro

ankommen.

D:    Na, was gibt es neues?

J:    Wir haben angefangen, unseren Garten zu machen!

(Jacques hat mir erzählt, dass er mit seiner Familie

nach Burglinster gezogen ist.

Sie haben dort ein Haus gekauft mit einem Garten.)

D:    Aha, und wie ist der Garten?

J:    Ich habe Rasen gesät,

       und meine Frau hat Blumenzwiebeln gesteckt.

      Am Wochenende wollen wir Apfelbäume pflanzen.

       Für die Kinder gibt es ein Trampolin und einen Sandkasten.

D:     Schön. Wer muss am Samstag immer den Rasen mähen?

J:     Ach, das mache ich gern.

        Es ist schön, einen Garten zu haben,

        wenn man die ganze Woche im Büro sitzt.

D:      Das stimmt!

 

Nach Jacques Kurs fahre ich in die Innenstadt,

um Jill, Tom, Anna, Irina und Nico zu treffen.

Für sie habe ich heute Rätsel vorbereitet.

Mehr dazu gibt es morgen!); 

 

Donnerstag, 15. Mai

Sie kommt aus Italien, aber sie hängt in Paris.

Sie ist sehr berühmt,

und viele Touristen wollen sie sehen.

Sie sieht gut aus, obwohl sie schon ein paar Hundert Jahre alt ist.

Niemand weiß, wer sie wirklich war.

Jill:    Ah, das ist ein Rätsel!

D:   Ja, habt ihr die Lösung?

Tom:   Hm, ist es die Mona Lisa?

Anna:   Das war einfach!

D.   Kennt ihr ein schwierigeres Rätsel?

Alle denken konzentriert nach.

Nico:   Hihi, ich habe eine Idee!

D:   Wir sind gespannt!

    Aber sprich bitte laut und langsam.

N:    Er ist eine seeeehr unsympathische Person!

Alle sind schockiert

       Er ist alt und sieht ungesund aus.

      Nur seine Zähne sind gut.

      Er hat keine Freunde, und er schläft am Tag in einer Kiste.

       Er kann einfach so an einer Wand hinunterlaufen,

      ohne eine Treppe zu benutzen.

      Er hasst Knoblauch.

Alle lachen

Irina:    Das war auch nicht viel schwieriger.

         Die Lösung ist natürlich ..............!

 

Jill, Tom, Anna, Irina und Nico sind sehr kreativ.

Wir finden noch viele andere Rätsel.

D:    Schön, dann bis nächste Woche!

schaut auf die Uhr:    Was, ist die Zeit schon um?

Das ist ok, denke ich: Wenn man viel lacht, vergeht die Zeit schnell.

 

Ich fahre weiter nach Esch zu Yoko und Patricia.

Patricia öffnet die Tür.

P:    Hallo Daniela, Yoko kommt ein bisschen später,

       er hatte einen Termin mit einem Kunden.

D:   Macht nichts. Erzähl!

    Hast du interessante Dinge erlebt letzte Woche?

P:   Hm, ich hatte keine Zeit für interessante Dinge.

     Wir hatten im Büro viel zu tun,

     ich habe also viele Überstunden gemacht.

D:     Zuviel Arbeit ist ungesund!

Wir hören die Tür, und Yoko kommt herein.

Wir können mit dem Unterricht anfangen.

Heute steht "der Satzbau" auf dem Programm.

 

Freitag, 16. Mai

Yoko kommt eilig ins Zimmer.

Y:   Entschuldigung, ich bin zu spät,

     weil ich hatte einen Kundentermin!

D:   Kein Problem.  ... weil ich einen Kundentermin hatte.

Y:    Oh, natürlich.

D:    Also sind wir sofort bei unserem Thema: dem Satzbau!

      Ich beginne einen Satz, und ihr macht ihn fertig:

      Am Samstag ...

P:   ... wir gehen ins Kino.

Y:     Nein ... gehen wir ins Kino!

D:   Genau! Nächste Woche ...

P:   ... kaufe ich ein Auto

Y:     ... hat der Großherzog Geburtstag.

P:     Wirklich?

Y:     Keine Ahnung.

D:     Letztes Jahr ...

Y:     ... hatte ich keinen Urlaub.

P     ... bin ich nach Ungarn gefahren.

D:    Ok, nächster Punkt:

       Wir können heute nicht spazieren gehen, ...

P:   ... weil es regnet.

Y    ... weil wir Schnupfen haben.

D:     Wir gehen ins Restaurant essen, ...

P:     ... wenn wir keine Lust haben zu kochen.

Y:    ... wenn unsere Familie zu Besuch ist.

D:    Wir arbeiten viel, ...

P   lacht    ... obwohl wir müde sind.

Y:    ... obwohl wir genug Geld haben.

guckt zögernd  

         Sag mal, kennst du Yoda aus Starwars?

D:     Jaja, Yoda aus Starwars ich kenne!

      Und diesen Witz ich schon öfter gehört habe!

P:     Ist das so richtig???

D:     NEIIIN!

Y:     Es heißt: "Yoda aus Starwars kenne ich.

        Und diesen Witz habe ich schon öfter gehört", ja?

D:    Ja. Wann also stellst du das Verb an das Ende des Satzes?

Y:     Wenn es regnet.

P:     Sei doch mal ernst!

       Wenn der Satz mit "wenn", "dass", "weil" oder "obwohl"

       beginnt.

D:   Genug für heute.

      Habt ihr einen interessanten Tag vor euch?

Y:    Hm, es geht. Ich muss noch ein paar Kunden anrufen.

P:     Ich mache heute pünktlich Schluss, weil ich will Schuhe kaufen.

Y:     Halt! ... weil ich Schuhe kaufen will!

D:    Hoffentlich träumt ihr heute Nacht nicht vom Satzbau!

 

Ich fahre weiter zu Katharina und Claire.

 

Sonntag, 18. Mai

Es ist Sonntag, und das Wetter ist super!

Es heißt, am Mittwoch klettert die Temperatur auf 31 Grad!

Ich habe ein nettes Wochenende in Trier verbracht,

nachdem ich am Samstag für ein paar Kurse nach Luxemburg

gefahren war.

Aber eins nach dem anderen:

Letzte Woche habe ich Claire und Katharina,

die beiden Juristinnen getroffen.

Wir haben wieder spontan ein interessantes Thema gefunden:

Ich komme an, will in die Tiefgarage fahren und sehe ...

Claire und Katharina, die vor der Eingangstür stehen und rauchen.

Das muss natürlich diskutiert werden.

D:   Ich habe vor zwei Jahren aufgehört zu rauchen.

K:   Das ist sicher gut.

C:    Ach, wir rauchen nur in der Pause.

K:    Unser Chef und unsere Kollegen sind alle Nichtraucher.

C:    Schokolade und Pommes Frites sind auch ungesund.

D:    Ich glaube, man darf das nicht so eng sehen ...

       Was macht ihr am Wochenende?

C:    Ich fahre nach Hause nach Belgien.

       Meine Cousine hat Geburtstag.

K:     Wo feiert ihr? Im Restaurant?

C:     Wir treffen uns am Nachmittag.

        Wir kaufen Getränke und viele Sachen zum Grillen.

          Dann fahren wir zu einer Grillhütte im Wald

          und bereiten alles für die Party vor.

           Die Gäste kommen um sieben.

D:    Das klingt gut.

C:     Ja, hoffentlich haben wir Glück mit dem Wetter.

K:    Was schenkst du deiner Cousine?

C:     Wir haben alle zusammengelegt, und wir schenken ihr

      eine Reise nach London zusammen mit ihrem Freund.

       Beide gehen gern ins Theater, und deshalb haben wir

      für sie Karten für "Onkel Vanya" gekauft.

D:    Katharina, hast du auch einen Plan für dein Wochenende?

K:     Ich will meine Wohnung renovieren.

      Ich habe schon Farben und solche Sachen gekauft.

      Und ich habe zwei Freunde eingeladen, die mir helfen.

Damit waren wir beim nächsten Thema:

"Wohnen in Luxemburg" Dazu gibt es immer etwas zu sagen.

 

Morgen ist Montag, viel zu tun

 

Dienstag, 20. Mai

Heute ist Dienstag.

Ich habe heute frei.

Gestern war viel los, und ich bin erst um zehn Uhr

nach Hause gekommen.

Mein Montag hat wieder mit Sophias Stunde begonnen.

S:    Hallo Daniela!

Sie hustet. Ihre Nase ist rot, ihre Augen sind dick

D:    Hallo Sophia!

       Oh, bist du krank?

S:    Nur ein      hustet   bisschen.

D:    Hast du Fieber?

S:    Nein, nein, ich bin nur erkältet.

        Ich habe Husten und Schnupfen.

D:    Was machst du gegen die Erkältung?

S:     Ich trinke Tee mit Honig.

       Ich möchte keine Medikamente nehmen.

D:    Das ist gut.

       Und wir üben die Adjektivdeklinaton.

      Das ist immer gut gegen Erkältungen!

S:    Das glaube ich auch.

D:    Ich beginnen einen Satz, und du machst ihn fertig:

        Der Pullover ist ...

S:    ... rot.

D:    Die Hose ist ...

S:    ... blau.

D:    Das Kleid ist ...

S:     ... grün.

D:    Die Schuhe sind ...

S:    ... schwarz.

D:   Gut.

      Das ist ...

S:    ... ein roter Pullover.

D:   Das ist ...

S:    ... eine blaue Hose.

D:    Das ist ...

S:   ... ein grünes Kleid.

D:    Das sind ...

S:    ... schwarze Schuhe.

D:    Gut.

       Du gehst shoppen: Was kaufst du?

S:    Ich kaufe einen roten Pullover, eine blaue Hose,

       ein grünes Kleid, schwarze Schuhe, eine weiße Tasche,

       ein neues Handy, eine goldene Armbanduhr,

      eine verspiegelte Sonnenbrille und einen lila Hut!

      ...  meine Erkältung ist weg!

D:    Was???

       Siehst du, Deklination und Shopping sind die beste Medizin!

 

Mittwoch 21. Mai

Gestern hatte ich frei.

Was macht man, wenn man frei hat?

Richtig. Man geht zum Frisör!

... und richtig:

Jill:    Oh, warst du beim Frisör?

Es ist Mittwoch.

Ich warte, bis alle Teilnehmer meiner lustigen 5er-Gruppe eintreffen.

Irina, Tom und Nico sind am Ende des Flurs schon zu sehen.

D:    Ja, in Trier.

      Kannst du einen Frisör in Luxemburg empfehlen?

       Zu welchem Frisör gehst du?

J:    Ich gehe zu einem Frisör hier in der City.

       So kann ich meine Haare einfach in der Mittagspause

       schneiden lassen..

Irina:    Hallo Daniela ... warst du beim Frisör?

D:    Ja, ist meine Frisur jetzt besser als vorher?

Tom und Nico schauen sich an.

Ich bin nicht sicher, ob das Frisörthema bei allen Kursteilnehmern

großes Interesse findet.

Irina:    Hm, ja, deine Frisur ist besser als vorher   grinst

            Nimmst du immer dieselbe Farbe?

D:     Ja, und ich färbe meine Haare selbst.

         Danach ist mein ganzes Badezimmer voll Farbe.

Anna kommt atemlos um die Ecke.

A:    Hallo!  Entschuldigung, dass ich zu spät bin,

     ich hatte einen wichtigen Anruf und ...

      oh, neue Frisur?

D:     Ja ... Übrigens, kennt ihr auch eine lustige Frisörfrage?

Nico:   "Warum bist du nicht geblieben, bis der Frisör fertig war?"!

Haha!

D:    Gibt es etwas Neues?

J:    Es ist nichts passiert.

A:   Bei mir auch nicht.

        Arbeiten, Kinder aus der Creche holen ...

N:    Das Highlight der Woche:  nach Perl fahren zum Einkaufen.

Tom:     Ich war am Wochenende in Frankfurt! 

A:     Was hast du dort gemacht?

T:    Ich war bei einem Freund eingeladen.

      Wir sind in der Stadt spazieren gegangen, und wir haben

       kein einziges Museum und keine einzige Galerie besichtigt.

D:     Hast du deutsch gesprochen?

T:    Ja, ich habe im Restaurant das Essen bestellt.

I:    Ich war schon ein paar Mal in Frankfurt.

 

Es gibt eine Diskussion über deutsche Großstädte und

ihre Attraktivität für Touristen.

Eine Frage bleibt: Wie findet man den besten Frisör?

 

Donnerstag, 22. Mai

Es regnet in Esch.

Ich renne über den Parkplatz zum Eingang des Ingenieurbüros.

Die Pfützen sind tief, und ich bekomme nasse Füße.

Patricia, Yoko und ich sitzen im Büro.

Wir hören, wie der Regen an die Fensterscheibe trommelt.

P:    Wir müssen uns mit dem schlechten Wetter gewöhnen.

D:    Heute ja ...

     Wir müssen uns an das schlechte Wetter gewöhnen.

Y:   Im April war das Wetter gut.

      Wir hatten den wärmsten April seit100 Jahren!

D:    Wie gut, dass es hier im Büro nicht regnet.

P:     Ich fahre nächste Woche in Urlaub.

       Ich hoffe, dass das Wetter in Südfrankreich besser ist!

Y:    Du hast es gut.

       Ich habe keinen Urlaub bis August.

       Fährst du mit deinem Mann?

P:    Ja, und mit einem befreundeten Ehepaar.

D:    Was wollt ihr in Südfrankreich machen?

lacht      Es kommt auf das Wetter an!

Y:     Es kommt auf das Wetter an?

P:      Wenn das Wetter gut ist, gehen wir an den Strand.

         Wenn das Wetter schlecht ist, ... hm ... gehen wir ins Café.

         Es kommt also auf das Wetter an, verstehst du?

D:      Wir üben das: ich frage, ihr antwortet:

         Gehst du heute ins Schwimmbad?

P:        Es kommt auf das Wetter an.

Y:        Es kommt ob ich Zeit habe an.

D:        Hm, nein, diesen Satz musst du anders machen.

P:      Moment ... Es kommt darauf an, ob ich Zeit habe!

D:     Richtig. Nächste Frage:

         Möchtest du einen anderen Job?

P:     Das kommt auf die Arbeitszeiten an.

Y:     Das kommt darauf an, ob der Job gut bezahlt ist. 

D:      Ok. Gehst du gern tanzen?

P:      Das kommt auf die Musik an.

Y:      Ja!

P:      Oh, du tanzt gern?

     Wir arbeiten seit zwei Jahren zusammen,

     und ich wusste nicht, dass du gern tanzt.

D:    Was ist dein Lieblingsclub?

 

Patricia und ich haben viel darüber erfahren,

wo man in Luxemburg gut tanzen gehen kann.

 

Sonntag, 25. Mai

Heute ist Sonntag. Das Wetter ist super.

Bevor ich laufen gehe, sollte ich aber von meiner Stunde

mit Katharina und Claire am Freitag erzählen.

C:    Es gibt einen neuen Club im Grund.

Der "Grund" ist ein Stadtteil von Luxemburg.

K:    Ich habe davon gehört.

D:    Habt ihr Zeit auszugehen?

     Ich denke, ihr arbeitet rund um die Uhr!

C:     Am Samstag gehen wir aus! Das ist ein Muss!

K:    Wir arbeiten jeden Tag 25 Stunden!

      Also brauchen wir am Wochenende einen Ausgleich.

D:    Gibt es Lifemusik in dem neuen Club?

C:     Ja. Sie machen verschiedene Sachen,

         auch Kabarettabende.

D:      Interessiert ihr euch für Kabarett?

C:     Ja, ich interessiere mich dafür,

       aber ich verstehe nicht immer alles.

K:    Ich habe letztes Jahr einen deutschen Kabarettisten gehört.

         Es war sehr schwierig, weil ich nicht alle Anspielungen

         verstanden habe.

C:    Anspielungen?

K:     Wenn du etwas nicht direkt sagst ...

C:      Ah ... Es kommt darauf an.

       Wenn es um Politik geht, muss man natürlich

       auf dem Laufenden sein, um alles zu verstehen.

K:     Ja, es ist einfacher, wenn es um Themen aus dem

        Alltagsleben geht.

        Nur manchmal ist es ein bisschen platt:

      Der Kabarettist, den ich gehört habe, hat darüber gesprochen,

       dass Frauen immer Schuhe und Handtaschen kaufen wollen.

C:      Wie originell!               gähnt

         Ich hole uns einen Kaffee.

         Seid ihr dagegen, einen Kaffee zu trinken?

K  +  D:    Wir sind dafür!

Claire geht hinaus.

D:    Gut, und dann üben wir "dafür-dagegen-darüber-darunter-

        davor-dahinter"

ruft in Richtung Tür  Clair!  Mach Doppelte!

 

Montag, 26. Mai

Ich muss heute früher losfahren,

weil ich vor Sophias Kurs einen anderen Termin habe.

Ich habe eine Vorbesprechung bei einer Baufirma,

die sich für Deutschkurse interessiert.

Es geht um eine Gruppe von Mitarbeitern,

die alle schon ein bisschen Deutsch sprechen.

Die Baufirma hat immer mehr Kontakte zu

deutschsprachigen Partnern,

deshalb ist es wichtig, dass die Mitarbeiter ihr

Deutsch verbessern.

Ich habe einen Plan gemacht, den ich mit der Frau in der

Personalabteilung besprechen möchte.

Das größte Problem bei der Planung ist die Zeit:

die Leute haben keine.

Es ist nicht realistisch, dass alle Teilnehmer

in jede Stunde kommen.

Es hat also keinen großén Sinn, einen Kurs mit einem

kontinuierlichen Programm zu machen.

Ich hatte die Idee für einen Kurs ohne kontinuierliches Programm:

Wir behandeln in jeder Stunde ein abgeschlossenes Thema,

und nächste Stunde gibt es ein neues Thema.

So kann jeder Mitarbeiter in den Kurs kommen,

wenn er Zeit hat.

Wenn er zu viel zu tun hat, überspringt er

und steigt die Woche darauf wieder ein.

("wieder einsteigen" ist hier: "weitermachen")

Mal sehen, was die Frau in der Personalabteilung

zu meinem Plan sagt.

 

Dienstag, 27. Mai 

Das ging ja schnell:

Ich hatte gestern mein Treffen bei der Baufirma.

Vier meiner potentiellen sechs Kursteilnehmer waren da.

Das war sehr gut:

Wir konnten uns unterhalten,

und ich konnte mir ein Bild davon machen,

wie gut sie schon Deutsch können.

Pièrre:     Ich heiße Pièrre. Ich komme aus Belgien.

            Ich bin Bauingenieur,

          und ich arbeite seit fast zwei Jahren hier in Luxemburg.

           2011 habe ich ein halbes Jahr in der Schweiz gearbeitet

           und dort auch Deutsch gelernt.

Claudia:     Mein Name ist Claudia, ich bin Pièrres Kollegin.

           Wir arbeiten zusammen an einem Projekt in Dudelange.

            Mein Mann kommt aus Deutschland.

Michael:    Mein Name ist Michael, aber meine Kollegen

             nennen mich Mike.

            Ich komme aus Schottland, ich studiere Architektur.

           Im Moment mache ich hier ein Praktikum.

Pièrre:    Ach, "stage" heißt "Praktikum"?

Julio:    Ich heiße Julio und komme aus Portugal.

        Ich bin ein Salesmanager.

        Ich habe vor langer Zeit Deutsch gelernt,

          aber ich habe leider viel vergessen.

        Hier habe ich mit deutschen Geschäftspartnern zu tun,

      lacht    wenn das Telefon klingelt,

           und ich sehe 0049 auf dem Display, bekomme ich Paaaanik!

Das müssen wir ändern!

Wir einigen uns auf zwei Termine pro Woche und planen,

Gespräche und Telefonate zu üben.

 

Oh, jetzt ist Zeit loszufahren.

Mal sehen, was Jack zu erzählen hat!

 

Mittwoch, 28. Mai 

Jack hat Hausaufgaben gemacht und einen tollen

Reisebericht über sein Wochenende in Trier geschrieben.

(Er hat ein paar Fehler gemacht. Hier ist die korrigierte Version):

Wir sind am Samstag nach Trier gefahren,

mein Bruder, seine Frau, meine Freundin und ich.

Unser Ausflug begann mit einer unschönen Überraschung.

Wir sind nicht über die Autobahn gefahren,

sondern durch Wasserbillig.

Das ist ein Dorf, das an der Grenze zwischen Luxemburg und

Deutschland liegt.

Es ist kein ganz normales Dorf, denn es gibt dort viele Tankstellen.

Das Benzin ist in Luxemburg billiger als in Deutschland,

und so fahren viele Deutsche zum Tanken nach Wasserbillig.

Am Samstag ist also immer viel los, das war klar.

Aber ich wusste nicht,

dass die Straße im Moment wegen einer Baustelle gesperrt ist.

Wir mussten also einen langen Umweg durch die "Pampa" fahren.

(Das hatte auch einen Vorteil: Wir konnten die Landschaft anschauen.)

Um 11 Uhr sind wir in Trier angekommen.

Wir haben einen Platz im Parkhaus gefunden.

Das ist praktisch, weil man zu Fuß zu allen Sehenswürdigkeiten

im Zentrum gehen kann.

Der zentrale Platz in Trier heißt "Hauptmarkt".

Um den Hauptmarkt herum gibt es historische Häuser.

Es ist nicht weit zur Porta Nigra.

Das ist das Wahrzeichen von Trier (also, wie der Eiffelturm in Paris):

ein großes Stadttor, das aus den Zeiten der Römer

übrig geblieben ist.

Mitten im Weg steht ein finsteres Ding mit Ketten und Handschellen.

Mein Bruder zeigte darauf und fragte:

"Was ist das?"

"Das ist der Pranger", erklärte ich ihm,

"im Mittelalter wurden die Leute, die z. B. etwas gestohlen hatten,

hier bestraft. Man hat sie am Pranger festgekettet,

und alle anderen Leute durften unappetitliche Dinge

nach ihnen werfen ... faules Gemüse ..."

Die Frau meines Bruders schaute zwischen ihrem Mann

und dem Pranger hin und her.

Sie sagte nichts, aber ich konnte sehen, dass sie

teuflische Ideen hatte!

 

D:    Und wie geht es weiter?

J:    Oh, an diesem Tag sind viele Dinge passiert.

 

Freitag, 30 Mai 

Gestern war ein Feiertag:

"Christi Himmelfahrt" - oder auch "Vatertag".

Heute ist Freitag, und ich mache einen "Brückentag".

Jacks Geschichte über seinen Ausflug nach Trier ging weiter:

"Wir sind zu Fuß zu allen Sehenswürdigkeiten im Zentrum gegangen.

Die Porta Nigra und der Dom liegen direkt beim Hauptmarkt.

Von dort ist es nicht weit zur Konstantinbasilika.

Der römische Kaiser Konstantin hat sie gebaut, sie ist also sehr alt.

Das Besondere an ihr ist: die antiken Baumeister haben es geschafft,

eine riesige Decke zu bauen ohne Stützen oder Säulen.

Neben der Basilika befindet sich das Kurfürstliche Palais.

Das ist ein Barockgebäude in rosa Farbe.

Manche Leute sagen, es sieht kitschig aus.

Wenn man vom Palais zu den Kaiserthermen gehen will,

muss man nur den Palastgarten durchqueren.

Auf dem großen Rasen sitzen immer viele Leute,

wenn das Wetter gut ist.

Die Kaiserthermen waren zu Römerzeiten ein Schwimmbad.

Sie hatten ein raffiniertes Heizungssystem,

das man heute noch besichtigen kann.

Mein Bruder sagte schließlich:

"Das ist genug Kultur, ich habe Hunger!"

Ich antwortete: "Oh nein, wir gehen jetzt zum Amphitheater,

       es ist nicht weit."     -      "Grummelgrummel!"

Im Amphitheater fanden früher Gladiatorenkämpfe statt.

Heute gibt es oft Konzerte.

Mein Bruder brauchte noch etwas Geduld.

Ich hatte geplant, quer durch die Stadt zum Moselufer zu gehen.

 

Wir haben dort etwas gegessen.

Das war unser Samstag in Trier."

 

D:     Wohin fahrt ihr nächstes Mal?

J:     Vielleicht nach Metz.

 

Montag, 2. Juni  

Ich habe einen ruhigen Sonntag in Trier verbracht -

und was passiert in der Nacht??

Ich träume von Luxemburg:

Ich bin - natürlich - unterwegs zum Kirchberg.

Es ist aber kein kleiner Hügel wie in Wirklichkeit,

sondern ein riesiger, steiler Berg.

Auf halber Höhe endet die Straße.

Eine Frau kommt mir entgegen. Es ist Sophia.

Sie trägt eine rote Nikolausmütze und reitet auf einem Zebra.

Ich nehme mein Telefon aus der Tasche

und halte es dem Zebra vor die Nase.

Es frisst das Telefon und sagt: "Es ist neun Uhr zwölf!"

Sophia gibt mir ein Stück Kirschkuchen und reitet weiter.

Ich bin plötzlich ober auf dem Berg.

In meinem Traum weiß ich, dass es der Kirchberg ist,

aber es gibt keine modernen Bürogebäude.

Stattdessen sehe ich überall antike Tempel.

Zwischen ihren Säulen parken Autos.

Ein Mann kommt zu mir.

Er trägt einen schwarzen Anzug und eine Krawatte.

Auf dem Kopf hat er Federn wie ein Indianer.

Ich freue mich, ihn zu sehen und sage:

"Möchten Sie ein Stück Kirschkuchen?"

Er lacht und stopft den Kuchen in eine Pfeife,

die er mit einem Kugelschreiber anzündet.

Da! Ich höre ein Donnern. Es kommt immer näher.

Eine große Herde rosa Giraffen galoppiert an mir vorbei.

Sie tragen Startnummern.

???

 

Ich wache auf.

Bei einer Tasse Kaffee denke ich über meinen Traum nach.

Warum galoppierende Giraffen?

Ahh, klar: gestern hat in Luxemburg ein Marathonlauf stattgefunden.

Ich kenne ein paar Leute, die daran teilgenommen haben.

Mal sehen, was es zu erzählen gibt.

Zum Glück beginnt heute eine normale Woche!

 

Dienstag, 3. Juni 

"Zebras sind meine Lieblingstiere!"

Sophia lacht, als ich ihr von meinem Traum erzähle.

D:    Träumst du auch oft von Luxemburg?

S:    Nein, bis jetzt nicht. Ich träume öfter von Karibikstränden ...

D:    Ok, das ist besser!

       A propos, was hast du am Wochenende gemacht?

S:    Das Wetter war gut. Wir sind an einen See gefahren.

     Er liegt in Deutschland, aber ich habe seinen Namen vergessen.

      Vielleicht kennst du ihn.

      Man fährt in Richtung Saarbrücken auf der Autobahn.

D:    Ah, meinst du den Bostalsee?

S:     Ja, genau, das war der Name!

D:     Das war eine gute Idee. Man kann dort sehr gut einen

       Sommertag verbringen.

S:    Am Abend habe ich übrigens einen deutschen Film geschaut.

D:    Welchen Film? Hast du alles verstanden?

S:     Es war der "Tatort". Nein, ich habe nicht alles verstanden,

        aber ich habe am Ende verstanden, wer der Mörder ist.

D:     Der "Tatort" am Sonntagabend gehört unvermeidlich

        zu Deutschland. Er existiert seit 1970, glaube ich.

       Aus welcher Stadt wurde er gestern gesendet?

       Ich habe ihn verpasst.

S:     Der "Tatort" gestern hat in Münster gespielt.

       Ich weiß nicht, wo das liegt.

       Ich denke, das ist nicht so groß wie Frankfurt oder Berlin.

D:     Ja, es ist eine kleine Stadt, in der es aber eine große

        Universität gibt. Die Leute fahren gern Fahrrad.

S:      Die Protagonisten des Films waren lustige Figuren:

          ein kleiner, dicker Kommissar und ein verrückter Pathologe.

D:     Ja, sie sind witzig!

        Ich sehe am liebsten Krimis. Welche Filme siehst du am liebsten?

S:      Hm, ich sehe am liebsten amerikanische Serien.

D:      Ja, die sehe ich auch gern.

        Ich schlage vor, du schaust jeden Sonntag den "Tatort".

        Das ist eine prima Übung.

S:      Wenn ich Zeit habe.

 

Ich fahre weiter. Heute habe ich den ersten Kurs bei der Baufirma.

Ob alle sechs Kursteilnehmer da sind?

 

Mittwoch, 4. Juni  

Unser Kurs in der Baufirma findet in einem Meetingraum statt.

Der Raum hat große Fenster,

und an der Wand steht ein Kaffeeautomat.

Tatsächlich: alle sechs Leute sind da!

Vier von ihnen kenne ich schon: Pièrre, Claudia, Mike und Julio.

Die anderen beiden stellen sich vor.

"Ich heiße Paula, ich komme aus Polen.

Ich bin Architektin und lebe seit 2009 in Luxemburg.

Ich habe ein Jahr in Berlin studiert,

aber das ist schon ein paar Jahre her"

"Mein Name ist Adrien. Ich komme aus Marseille.

Ich arbeite hier als Projektleiter."

D:    Arbeiten Sie auch an dem Projekt in Dudelange?

(ich erinnere mich, dass Claudia bei unserem ersten Treffen

ein Projekt in Dudelange erwähnt hat.)

A:   Nein, unsere Firma hat verschiedene Projekte.

P:    In Dudelange bauen wir ein Gemeindezentrum.

A:    Wir bauen eine Fabrikhalle in Esch zu einem Hotel um.

        Das eine Projekt hat mit dem anderen nichts zu tun.

D:    Und wie sind Ihre deutschen Geschäftspartner?

Claudia:    Wir haben am Telefon meistens mit Frau Pfeffer zu tun.

     Sie ist die Sekretärin einer Baustoffhandlung.

D:    Frau "Pfeffer"? Passt ihr Charakter zu ihrem Namen?

C:    Nein, nein, sie ist nett.

      Leider spricht sie kaum Englisch oder Französisch.

P:    Übrigens, wir haben gestern eine falsche Lieferung bekommen.

       Irgendjemand muss Frau Pfeffer anrufen,

        aber wir sind noch nicht einig, wer.

       Vielleicht werfen wir Münzen.

D:    Quatsch. probieren wir es einfach. Was sagen Sie am Telefon?

P:    Hm, Guten Tag, mein Name ist Blubb von der Firma XY.

     Wir haben gestern eine Lieferung von Ihnen bekommen.

    Leider ... leider ...

C:    Leider haben Sie uns das falsche Isolationsmaterial geschickt.

Julio:   Können Sie das bitte prüfen!

Mike:    ok, ich bin Frau Pfeffer:  mit hoher Stimme

            Bitte geben Sie mir die Auftragsnummer!

P:    ???

J:    Witzbold, wenn du anrufst, musst du natürlich alle Papiere

        vor deiner Nase haben!

P  flötet     Klar, Frau Pfeffer, hier ist die Auftragsnummer ...

D:     Es klappt.

P:      Das war schon alles?

J:     Was willst du noch sagen?  "Schöne Weihnachten"?

P:     Im Dezember sage ich das immer!

 

 

 

Wir improvisieren noch ein paar andere Telefongespräche.